4 Wochen Darmsanierung – Unser ernüchterndes Fazit

Bringt eine Darmsanierung wirklich etwas oder ist sie eine Marketingmasche der Industrie?
Das haben wir in unserem 4-Wochen-Selbsttest mit einem überraschenden Ende getestet.

Wie kommt man auf eine Darmreinigung bzw. Darmsanierung?

Jedem sollte klar sein, dass der Darm über eine hervorragende Selbstreinigung verfügt und eigentlich keinerlei Unterstützung von Außen benötigt.

Natürlich sieht das bei Krankheiten anders aus. Aber das muss immer mit einem Arzt abgeklärt werden, wenn man mit ernsthaften Darmbeschwerden zu kämpfen hat.

In meinem Fall bin ich auf die Methode der Darmsanierung gestoßen, weil ich knapp 3 Jahre lang die Pille genommen habe und auf der Suche nach einer Methode war, die mich von den Folgebeschwerden nach dem Absetzen befreien würde.

Vorab: Es ist sehr wichtig zwischen Darmreinigung und Darmsanierung zu unterscheiden.

Eine Darmreinigung ist meist ein medizinischer Prozess, der mithilfe von Abführmitteln den Darm vollständig reinigt. Das dient vor allem als Erstmaßnahme vor einer Darmspiegelung.

Eine Darmsanierung ist eine Kur, die zum Darmaufbau beträgt. Sie wird meist mit natürlichen Mitteln wie Heilerde, Flohsamenschalen, Probiotika für einige Wochen in Einklang mit einer gesunden Ernährung durchgeführt.

In meinem Fall hielt ich die Methode der Darmsanierung für sinnvoll, da meine Leber ziemlich wahrscheinlich sehr unter der Einnahme der Pille litt. Das bemerkte ich vor allem nach dem Absetzen der Hormonbombe: Akne, Blähbauch, Erschöpfung und Migräne waren die Folgen.

Ich recherchierte meine Finger wund auf der Suche nach einer guten Lösung, die keine weiteren toxischen Mittel enthält.

Da stieß ich auf die Darmsanierung. Eine natürliche, gut verträgliche Methode, die meinen Körper bei der Ausscheidung von Kotresten, Schlacken und Schleim unterstützen sollte.

Soweit so gut. Nach mehreren Berichten, die die Methode in höchsten Tönen lobten, begann ich mir meine Bestandteile für die Kur zusammenzusuchen.

In die Endrunde schafften es meine Favoriten:
Zeolith , Flohsamenschalen und Probiotika .

Da ich schon lange auf eine pflanzen basierte Nahrung schwöre, muss ich nicht besonders viel umstellen. Ich lasse nur den Zucker zusätzlich komplett weg.

Außerdem sollte man auf folgende Lebens- und Genussmittel verzichten:

  • Alkohol
  • Gluten
  • Milchprodukte
  • Fleisch
  • Koffein
  • So wenig Salz wie möglich

Nun zum Test und den Ergebnissen:

Woche 1:

Ich mische also jeden Morgen gleich nach dem Zähneputzen einen Teelöffel Zeolith mit einem Teelöffel Flohsamenschalen und mindestens 200ml Wasser. Das kippe ich dann so schnell wie möglich herunter, sodass die Mischung im Glas nicht zu breiig wird. Sonst wäre sie noch unangenehmer in der Einnahme.

Es ist wichtig diesen Vorgang auf nüchternen Magen zu vollziehen.

Mein Frühstück esse ich erst eine halbe bis eine Stunde danach.

Das gleiche mache ich dann jeden Abend. Es ist weder köstlich noch besonders angenehm, aber ich ziehe es einfach durch. Danach trinke ich meistens noch 2–3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee.

Auch hierbei ist zu beachten, dass kontinuierlich über den ganzen Tag verteilt zu tun und nicht auf einmal große Mengen Flüssigkeit in sich rein zuschütten.

Mittags nehme ich meine Probiotikakapseln zu mir.

Nach vier Tagen bemerke ich, ein unangenehmes Völlegefühl im Magen, begleitet von selteneren Toilettengängen. Fühlt sich komisch an, aber ich mache erst mal weiter, um zu sehen, ob es wirklich an der Darmsanierung liegt.

Woche 2:

Da ich mir nach weiteren 7 Tagen Darmsanierung nun ziemlich sicher bin, dass die Beschwerden von der Kur kommen, nehme ich die Mixtur nur noch ein Mal täglich zu mir. Immer morgens.

Statt einem Teelöffel Zeolith nehme ich nur einen Halben. Ich möchte es einfach so ausgiebig wie möglich testen, um für mich auszuprobieren, ob es meinem Körper wirklich guttut.

Woche 3:

Obwohl es mit der einmaligen Einnahme der Mischung besser ist und meine Beschwerden gelindert werden, bleibt ein mulmiges Gefühl. Das kann doch nicht gesund sein sich dabei so schlecht zu fühlen? Mir ist schon klar, dass ich als zierliche Person eher niedrig dosierte Mengen zu mir nehmen sollte, aber diese Folgen waren mir zu heftig.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für den Körper besonders gesund sein kann.

Nach 20 Tagen breche ich die Darmsanierung ab.

Weitere 3 Tage später kann ich wieder ganz normal auf die Toilette gehen. Ich habe nicht mehr mit diesem Völlegefühl zu kämpfen und mein Körper fühlt sich so an, als ob ich ihn von einer Last erlöst hätte.

Mein Fazit:

Obwohl ich mir von der Darmsanierung viele positive Effekte was mein Hautbild, meinen Blähbauch und den weiteren genannten Folgeeffekten der Antibabypille versprochen habe, ist leider keine Besserung eingetreten.

Eher im Gegenteil. Ein ständiges Völlegefühl und Verstopfung waren die Folgen.
Mir ist bewusst, dass die Kur zur Erstverschlimmerung der Symptome führen kann. Damit habe ich gerechnet. Aber mit selteneren Toilettengängen macht das Ganze für mich keinen Sinn.

Bei meiner Körpergröße und meinem Gewicht ist hier was die Menge des Zeoliths und der Flohsamenschalen angeht, weniger mehr. Meine Vermutung ist: ich habe das falsche Zeolith genommen.

Aber ich habe für mich entschlossen bei meiner vollwertigen Ernährung und bleiben. Der Darm weiß sich sehr gut selbst zu helfen. Meine Beschwerden nach dem Absetzen der Pille werde ich mit vollwertiger und abwechslungsreicher Kost auch noch in den Griff bekommen.

Und das ohne mit meinem Körper zu experimentieren.

Versteht mich hier bitte nicht falsch. Ich bin mir sicher, dass die Darmsanierung vielen Leuten hilft und geholfen hat. Nur war das bei mir eben nicht der Fall. Ob das an falschen Zutaten, meinem Körper oder an anderen Faktoren lag, kann ich leider nicht sagen. Ich möchte hier nur meine persönliche Erfahrung mitteilen.