Tact Watch Test: Was verbirgt sich hinter der Military-Smartwatch?

Ist der aktuelle Hype um die Tact Watch, auch T-Watch genannt, wirklich berechtigt? Oder steckt dahinter nur eine krumme Tour des Herstellers, bei der mit vielen falschen Versprechungen schnelles Geld gemacht werden soll?

Genau diesen Fragen will ich hier auf den Grund gehen.

Mit der Tact Watch, ist eine Uhr auf dem Markt erschienen die laut Hersteller die Widerstandsfähigkeit und Hochwertigkeit einer Militäruhr mit den zahlreichen Funktionen einer Smart Watch verbindet.

Dabei wird vor allem die hochwertige Verarbeitung mit diamantähnlicher Carbon Beschichtung, Corning Gorilla Glaß und Edelstahl angepriesen. Eine „unglaubliche“ Widerstandskraft, Staub und Wasserdichte bis 5 ATM, Stoßfestigkeit und eine IP67-Zertifizierung soll dieses Material der Uhr bescheren.

Das Schmuckstück soll trotz seiner Robustheit typische Smartwatch Funktionen wie Anruf- und Whatsappbenachrichtungen, Kalorienzähler, Schrittzähler GPS und Kompassfunktion mit sich bringen.

Ich muss zugeben: Diese ganze Werbung macht schon unheimlich Lust auf das Produkt.

Aber vor allem der geringe Preis von 89 € macht mich stutzig. Große Versprechungen und ein zu kleiner Preis verheißen meist nichts Gutes.

Mein schlechtes Gefühl wird noch verstärkt durch Aussagen auf der Herstellerwebsite wie: „ihr 50 % Rabatt Code wurde angewendet
ACHTUNG, dieser Code läuft in 29:08 ab.“

Normalerweise würde ich da gleich die Finger davon lassen… aber die T-Watch lässt mich nicht mehr los.

Die Uhr scheint in den USA eingeschlagen zu sein, wie eine Bombe. Wenn ein Produkt eine solche Hype-Welle auslöst, muss doch etwas besonders daran sein?

Genau das will ich herausfinden. Ich beschließe die Uhr selbst zu bestellen und dann im Zuge eines Intensiv-Tests genau unter die Lupe zu nehmen.

Der Bestellvorgang

Ich bestelle die Tact Watch auf der offiziellen Seite des Herstellers. Aktuell ist das nämlich der einzige Weg die originale Tact Watch zu erwerben.

Während meiner Recherche bin ich immer wieder auf zwielichtige Anbieter gestoßen, die Fälschungen der T-Watch vertreiben. Man sollte also immer darauf achten, dass man sich nicht auf einer Fake-Seite befindet.

Die Herstellerwebsite selbst wirkt auf mich aber auch ein wenig dubios.

Unten links tauchen z. B. immer wieder Namen von Kunden auf, die anscheinend in den letzten Minuten eine Uhr bestellt haben. Das scheint mir vor allem in Zeiten von Datenschutzverordnungen und Co. ziemlich zwielichtig. Auf Nachfrage beim Kundenservice wird mir versichert, dass die richtigen Namen durch ein Zufallsprinzip mit anderen Namen ersetzt werden. Wollen wir hoffen, dass es stimmt.

Bei meiner Bestellung entscheide ich mich auf Nummer sicherzugehen und per Paypal zu bezahlen. So bekomme ich, wenn irgendwas schiefläuft problemlos mein Geld über den Käuferschutz zurück. Bei Visa und Mastercard ist man ähnlich abgesichert. Per Überweisung oder Vorkasse sollte man dagegen nie bezahlen, wenn man unsicher ist.

Bevor ich auf die Paypal Seite geleitet werde, kommen mir noch drei weitere Sonderangebote entgegen. Aha Cornig Corilla Glass Gen. 4 kostet anscheinend 9 € extra. Dieses Glas-Upgrade nehme ich noch mit. So bezahle ich insgesamt 98 €.

Lieferzeit: Kommt die T-Watch bei mir an?

Meine Bestellung ist aufgegeben, Geld abgebucht, aber wie steht es um die Lieferung?

Enttäuschend: Nach 7 Tagen Warten ist bei mir Zuhause immer noch nichts angekommen.

Nach 10 Tagen schreibe ich dem Support. Die Antwort: Wegen großer Nachfrage verzögern sich die Lieferzeiten.

Nach über zwei Wochen halte ich mein Paket dann endlich in den Händen. Die Lieferzeit ist für mich inakzeptabel. Ich hoffe der Hersteller bekommt das trotz großer Nachfrage bald in den Griff.

Aber nun kommen wir zum Produkt. Die quadratische Verpackung ähnelt vielen bekannten Marken. Nur an der bunten Druckerfarbe wurde gespart.

Der erste Eindruck

In der Uhren Box befindet sich ein Benutzerhandbuch und die Smartwatch.

Ich muss sagen: Die TactWatch gefällt mir auf den ersten Blick wirklich sehr gut. Hochwertige Carbon-Edelstahl Verarbeitung, sattes Schwarz, minimalistisches und gleichzeitig edles Design.

Die Uhr macht wirklich was her!

Das Uhrenband ist aus schwarzem antiallergenem Silikon. Über die vier seitlichen Edelstahl-Knöpfe werden alle Funktionen gesteuert.

Klappt die Einrichtung?

Auch wenn mich das Äußere der Tact Watch überzeugt hat, steht der Funktionstest noch an.

Nach einem Blick ins Handbuch kann es losgehen.

Ich entferne den Plastikschutz vom Glas.

Zuerst einmal lege ich die Uhr an. Das Armband lässt sich relativ genau einstellen.

Erster Eindruck: die Uhr trägt sich sehr angenehm und sitzt sicher an meinem Handgelenk. Angezogen wirkt sie durch das größere Gehäuse sehr maskulin.

Als Nächstes schalte ich die T-Watch ein.

Um die Zeit einzustellen, soll ich die Smartwatch einfach mit meinem Mobiltelefon verbinden. Und tatsächlich: nachdem ich den Code im Benutzerhandbuch mit meinem Smartphone gescannt habe, erscheint die zugehörige App im App Store.

Diese lade ich mir herunter und verbinde nach Einrichtung der App, meine Tact Watch via Bluetooth mit meinem Smartphone.

Nun synchronisiert sich die Uhrzeitanzeige auf der Smartwatch.

Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut. Es gibt diverse Anzeigen für Schritte, Kalorien und gelaufene Kilometer. Folgende Sprachen lassen sich in der App einstellen: Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Der Hintergrund lässt sich genauso individuell ändern, wie die Tagesziele.

Ich aktiviere hier auch die Benachrichtigungsfunktion. So soll mich die Tact-Watch über eingehende Nachrichten und Anrufe informieren.

Wecker, Stoppuhr, Timer etc. kann ich auch alles mit der T-Watch einstellen. Die Laufzeit der Uhr beträgt laut Anleitung 33 Monate, also knapp 3 Jahre.

Bei einem Preis von 98 € ist das ein solides Technikspektrum. Aber die Härtetests von Uhr und Funktionen kommen noch.

Die Testphase

Erfahrungen im Alltag

Bevor ich die Uhr in extremeren Situationen teste, beginne ich zuerst einmal mit dem Tragen im Alltag.

Um das Ganze etwas anschaulicher zu gestalten habe ich hier einen typischen Tag von mir dokumentiert. Die meiste Zeit verbringe ich bei der Arbeit am Schreibtisch.

Beim Arbeiten bemerke ich die Uhr kaum. Sie behindert mich nicht und rutscht auch nicht ständig umher.

Gelegentlich vertrete ich mir die Beine, esse etwas oder mache mir einen Kaffee. Alle Schritte werden von der Smartwatch gezählt.

Über Anrufe und Nachrichten werde ich tatsächlich von der Uhr benachrichtigt. Sogar WhatsApp und Skype Nachrichten zeigt sie an.

So vergeht der Arbeitstag und ich habe 2.570 Schritte zurückgelegt.

Am Abend gehe ich noch eine Runde im Park joggen. 8960 Schritte sind damit Zustande gekommen. Tatsächlich zeigt die Uhr auch meinen Kalorienverbrauch an. 536.83 Kalorien habe ich an diesem Tag verbrannt.

Also wie bewerte ich meine ersten Erfahrungen mit der Tact Watch?

Die Uhr trägt sich auf jeden Fall angenehm, auch beim Joggen hat sie mich in keinster Weise behindert. Über Anrufe und sogar WhatsApp Nachrichten hat die Tact Watch mich informiert. Auch Schritte und verbrauchte Kalorien wurden erfolgreich gezählt.

Werte wie verbrannte Kalorien und gelaufene Schritte kann ich mir sowohl auf dem Display der Tact-Watch als auch in der App anschauen.

Was mir besonders gefällt: Ich hatte bei der T-Watch während des Tages nicht ständig Angst, dass ich sie zerkratzen oder beschädigen könnte. Andere meiner Uhren sind so empfindlich, dass ich sie nicht jeden Tag anziehen will.

Erfahrungen im Fitnessstudio

Drei Tage später gehe ich nach der Arbeit ins Fitnessstudio.

Auch beim Training mit Lang- und Kurzhanteln sowie an Geräten, behindert mich die Uhr nicht und ist gut zu tragen.

Hier erweist sich vorallem die Stoppuhr Funktion als praktisch. So kann ich meine Pausen zwischen den Trainingssätzen unkompliziert mit meiner Uhr messen.

Erfahrungen beim Extremsport

Als Nächstes möchte ich die Tact Watch in einem extremeren Umfeld testen. Sie soll einer guten Portion von Staub und Dreck ausgesetzt sein.

Dafür nehme ich sie mit zum Sportklettern am Fels.

Während dem Klettern behalte ich meinen Kalorienverbrauch immer mal wieder im Auge und überprüfe, wie viele Schritte ich zurückgelegt habe.

Alles verläuft reibungslos.

An der Uhr kann ich trotz scharfer Felswände, Schweiß und Staub keinerlei Makel oder Mängel entdecken.

Die Schlinge zieht sich immer enger… im Positiven, denn wie es mir scheint ist die Tact Watch ihr Geld wirklich wert.

Wie widerstandsfähig ist die Tact Watch wirklich?

Die Tact Watch hat eine IP67 Zertifizierung. Sie soll staubdicht, wasserdicht und stoßfest sein. Nun, das will ich jetzt noch testen.

Ich lasse die Uhr 5 mal hintereinander aus 1 m Höhe auf den Boden fallen. Tatsächlich: die Tact Watch hält stand und übersteht das Ganze ohne sichtbare Schäden.

Als Nächstes wälze ich das Gerät draußen ein wenig in Staub und Dreck. Nach der Reinigung mit einem feuchten Tuch steht fest: die T-Watch hält nicht nur dicht, sondern auch die Oberfläche ist nicht beschädigt.

Als Letztes steht der Wasser-Test an. Dafür tauche ich die Smartwatch 5 mal in eine Schale Wasser. Auch hier dringt kein Wasser ein.

An dieser Stelle muss ich aber sagen: Ich würde nicht unbedingt mit der Smartwatch Schwimmen oder Tauchen gehen. Denn ich weiß aus Erfahrung mit anderen „wasserdichten“ Uhren, dass diese trotz Zertifizierung – wenn sie sich langfristig unter Wasser befinden – nicht dicht halten. Vielleicht is die T-Watch hier tatsächlich eine Ausnahme, aber ich würde es nicht riskieren, wenn es nicht sein muss.

Fazit:

Ich habe es der T-Watch in meinem Intensiv-Test alles andere als leicht gemacht: Scharfe Felswände, Stürze, Belastung durch Sport, Schweiß, Wasser und Dreck hat sie überraschend gut weggesteckt.

Alle verbrannten Kalorien, gelaufenen Schritte und sogar meine zurückgelegte Strecke in Kilometer zeigt sie genau an.

Über Nachrichten- und Anrufe werde ich zuverlässig benachrichtigt.

Damit hätte ich nicht gerechnet. Für den kleinen Preis der Uhr ist das eine mehr als gute Leistung.

Negativ zu bewerten sind aber auf jeden Fall die etwas aggressiven Verkaufstaktiken und die zu lange Lieferzeit.

Positiv ist für mich vor allem die Optik und Beschaffenheit der Tact Watch. Hochwertige Verarbeitung, edles Material – da macht das Tragen einfach Spaß.

Das nächste große Plus: Ich muss die T-Watch nicht wie andere Smartwatches mit Samthandschuhen anfassen. Ohne ständiges Aufpassen kann ich die Uhr in jeder Lebenslage tragen.

Der Hype um diese Uhr ist also nicht grundlos.

Auch wenn die offizielle Bestellwebsite nicht besonders nach Profiarbeit aussieht und die Lieferung viel zu lange dauert, finde ich nichts, was ich sonst noch bemängeln könnte.

Mein Fazit: den Herstellern ist es gelungen ein einzigartiges Produkt zu erschaffen. Eine Uhr, die erfolgreich die Widerstandsfähigkeit und Wertigkeit mit den Funktionen einer Smartwatch verbindet.

Wer bereit ist die lange Lieferzeit in Kauf zu nehmen, der bekommt mit der Tact Watch eine robuste Military-Smartwatch, die Freude macht.

Weil die Nachfrage nach der Tact Watch immer weiter wächst kursieren im Netz leider schon Fälschungen und Fake-Bestellseiten. Wer nicht Opfer von Betrügern werden will, sollte immer prüfen, ob er sich auch wirklich auf der offiziellen Herstellerwebsite befindet.